Ausgabe 11 vom November 2002
Schöne Bilder

Einige schöne Erfolge konnte unser Fotografen-Team feiern.

Die Wagen der MzB werden von den ÖBB derzeit mit neuen Bildern ausgestattet. Es freut uns, dass so viele Bilder von unseren Fotografen verwendet wurden, insgesamt haben wir an die 200 Abzüge im Format 20 x 30 cm geliefert.

Aus diesem Projekt heraus ergab sich die Chance, einen großen Schaukasten am Aufgang zum Bahnsteig 1 in der Kassenhalle des St. Pöltner Hbf. mit unseren schönsten Bildern (nach einem Konzept von Harald Meidl) zu gestalten, damit liegt nun die MzB unübersehbar im Blickfeld aller Reisenden, die den Haupteingang des Bahnhofes benutzen.

Der Fotowettbewerb der Bezirkshauptmannschaft wurde abgeschlossen, Harald Meidl erreichte dabei den dritten Platz in der Kategorie Mariazellerbahn.

Unser Fotowettbewerb wird erst beim nächsten Fotografen - Stammtisch abgeschlossen, wir bitten unsere fotografierenden Mitglieder weiterhin um zahlreiche Einsendungen. Die bisher eingereichten Motive machen die Wahl schon schwer, nun sollten wir der Jury das Leben doch noch etwas erschweren (warum soll immer nur ich die Qual der Wahl bei dieser Zeitung und im Internet haben).

Dieser Fotografenstammtisch findet am 23. November in St. Pölten statt, dabei sollen unter anderem die Sieger unseres Fotowettbewerbes und die Motive für den Vereinskalender 2003 ermittelt werden. Zu diesem Fotografenstammtisch haben wir auch bereits Vertreter der ÖBB, der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten und von anderen Vereinen eingeladen.

Die mit der Mittel-Format Kamera von Harald Meidl aufgenommen Bilder lassen sich sehr gut vergrößern, ein Bild aus dieser Serie wurde Erich Dürnecker überreicht (Seite 21), mehr Vergrößerungen zeigen wir bei unserer Generalversammlung.
Ronny
5090 bei Völlerndorf, Harald Meidl

Das obige Bild zeigt das von Harald Meidl beim Fotowettbewerb der BH St. Pölten eingereichte Motiv, mit dem er den 3. Platz in der Kategorie "Mariazellerbahn" erreichte.

Das Bild rechts [ unten ] zeigt das Harald Meidl und Martin Geyer vor dem mit unseren schönsten Bildern gestaltetem Schaufenster am Hauptbhf. St. Pölten.

Das Bild [ ganz ] unten war ursprünglich für die Titelseite vorgesehen, bei der Schlussredaktion wurde dann das zum Herbst passende Bild von Herbert Ortner gewählt.
Es zeigt unser Fotomädchen Sabine bei einem Foto-Shooting mit Harald Meidl in Mariazell im August,
geplanter Bildtitel:
5 Jahre Verhandlungen, da setzt Dich nieder!

Martin Geyer und Harald Meidl vor dem Schaufenster in der Kassenhalle


Fotomädchen Sabine und der Panoramic, Harald Meidl


Fotos vom Panoramic 760
Wir fördern mit unseren Kräften den planmäßigen Verkehr auf der MzB, speziell im Internet mit unserer Homepage.

Da nun der Panoramic 760 als Planzug geadelt wird und ab sofort (zu mindest nach meiner Meinung) als DER Spitzenzug der MzB zu bewerben ist, brauchen wir dringend gute Fotos von dieser Garnitur in beiden Traktions-Varianten.

Bei all dem Bemühen um künstlerisch wertvolle Bilder darf nicht übersehen werden, dass wir laufend "Gebrauchs" - Bilder benötigen, für Kataloge, für Zeitungen, für den Tourismus, aber auch für private Zwecke (z.B. Geburtstagsfeiern) oder wie jetzt für eine Werbeoffensive.

Es gibt immer wieder ganz gezielte Anfragen wie: "Ich brauche ein Bild eines Zuges in einer Linkskurve auf der Bergstrecke, womöglich im Herbst, diese oder jene Auflösung, Termin prompt".

Wenn wir uns hier als verlässliche "Bildagentur" einen Namen machen wollen, müssen wir demnächst einen qualitativen Schritt in Richtung Bilderdatenbank unternehmen.
Ronny


Mariazellerbahn durch die Linse
Kleiner Leitfaden zum Fotografieren

2. Teil: Filmaterial und Ausarbeitung
Seit den frühen Tagen der Photografie nutzt man die Lichtempfindlichkeit von Silberkristallen, aus deren Größe leitet sich die Filmempfindlichkeit, aber auch die Schärfe des Films ab.

Je größer diese Kristalle sind, umso weniger Licht ist für die Schwärzung während der Belichtung bzw. Entwicklung nötig, d.h. um so lichtempfindlicher (schneller) ist der Film. Durch größere Kristalle werden allerdings die Fotos körniger und es entsteht ein Detailverlust.

So steht man immer vor der Qual der Wahl, ob man einen hochempfindlichen Film nimmt, mit dem man auch bei schlechten Lichtverhältnissen ohne Stative noch fotografieren oder schnelle Bewegungen einfrieren kann oder einen feinkörnigen Film wählt, der ein detailreicheres Bild liefert.

Diese Filmempfindlichkeit wird in ASA bzw. DIN gemessen und als ISO-Wert auf den Filmpatronen angegeben, wobei die erste Zahl den ASA-Wert, die zweite den DIN Wert angibt. Als Standardfilm gilt der ISO 100/21°, ein Film mit der doppelten Empfindlichkeit wird mit ISO 200/24° bezeichnet, eine nochmalige Verdoppelung ergibt einen ISO 400/27°.

FilmbezeichnungFilmempfindlichkeit
Geringempfindliche FilmeISO 25/15° bis ISO 64/19°
Mittelempfindliche FilmeISO 100/21° bis ISO 200/24°
Hochempfindliche Filmehöher als ISO 400/27°
Wie schon erwähnt, weist ein höher empfindlicher Film eine größere Körnigkeit auf, welche eine detailärmere Darstellung verursacht. Unsere Motive, zumeist ein fahrender Zug in der Landschaft, benötigt nun beide Eigenschaften - schneller Film und eine hohe Detailwidergabe. Eine Landschaftsaufnahme lebt von der Brillanz, welche nur mit feinkörnige Filme zu erreichen ist, der fahrende Zug verlangt jedoch nach kurzen Belichtungszeiten.

Glücklicherweise ist im Zuge der technischen Weiterentwicklung die Qualität des Filmmaterials so gestiegen, dass man ohne schlechtes Gewissen einen Film mit einer Filmempfindlichkeit von ISO 400/27° empfehlen kann, denn diese Filme sind heute bereits ausreichend feinkörnig, um hochwertige Abzüge im Format 20 / 30 auch vom Kleinbild-Negativ oder -Dia zu ermöglichen.

Sollte man vielleicht ohnehin nicht allzu hochwerte Objektive zur Verfügung haben, wird die Bildqualität bereits durch das Objektiv begrenzt und nicht mehr durch den Film.

Filmübersicht

Farbe oder Schwarzweiß
Weniger ist oft mehr. Diesen Leitsatz könnte man auch hier anwenden. Schwarzweißaufnahmen bewirken gegenüber dem Farbfilm in der Regel eine wesentlich höhere Dramatik. Bei Schwarzweiß ist starkes Sonnenlicht von Vorteil, da diese Aufnahmen vom Kontrast leben.

Farbaufnahmen im grellen Sonnenlicht sind dagegen schon schwieriger mit einem befriedigenden Ergebnis zu realisieren (mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben).

Die eigentliche Stärke von Schwarzweiß ist, dass man relativ leicht selbst Abzüge anfertigen kann. Diese haben den Vorteil, dass man das Ergebnis selbst genau bestimmen und somit der eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann. Aber Achtung, Schwarzweißfilme und -abzüge sind teuerer als Farbfilme und -abzüge. Heute besteht auch die Möglichkeit, auf digitalem Weg Farbfotos nachträglich in Schwarzweiß zu verwandeln.

Konfektionierung
Kleinbildnegativfilm wird in Patronen mit 12, 24 und 36 Aufnahmen angeboten. Es sind auf jedenfalls die Filme mit 36 Aufnahmen zu empfehlen.
Einerseits aus Kostengründen, wie überall gilt auch hier, dass kleinere Gebinde mehr kosten. Die Kosten für das Entwickeln eines Filmes mit 12 Aufnahmen kostet gleich viel wie für 36.
Filme mit 36 Aufnahmen müssen weniger oft gewechselt werden. Nichts ist unangenehmer, wenn man gerade im entscheidenden Augenblick zum Filmwechseln beginnen muss.
APS-Filme werden mit 15, 25 und 40 Aufnahmen angeboten.
Im Profibereich wird Film auch als Meterware vertrieben, der jedoch dann selbst in einer Dunkelkammer in Filmpatronen eingespult werden muss.
Im Mittelformat ist die gängige Größe das so genannte 120-Format, mit dem im Format 6x6 12 Aufnahmen möglich sind.

Dia oder Negativfilm
Die Entscheidung zwischen Dia und Negativ hängt vom gewünschten Endprodukt ab.
Dias können mittels eines Projektors an eine Leinwand projiziert werden, sicher die eindrucksvollste Art, seine Bilder zu präsentieren. Heute lassen sich auch von Dias qualitativ akzeptable Papierbilder anfertigen. Es ist jedoch zu achten, dass ein Diafilm einen wesentlich geringeren Kontrastumfang (Differenz hellster Punkt, dunkelster Punk) als ein Negativfilm aufweist, was oft die Qualität der Abzüge negativ beeinflusst.
Da der Weg vom Negativ zum Papierbild (Entwicklung und Ausarbeitung im Labor) verglichen zum Dia (braucht nur mehr entwickelt werden) größer ist, ist die letztendliche Qualität des Abzuges zu einen gutem Stück vom Fotolabor abhängig.
Zusatz: Professional Filme:
Filme haben die Eigenschaft, nach ihrer Herstellung einen "Reifungsprozess" zu durchlaufen, in dessen Verlauf sich verschiedene Filmeigenschaften verändern. Von Hersteller wird ein Haltbarkeitsdatum angegeben, nach dessen Ablauf der Film deutlich abweichende Eigenschaften zeigt.
Das Material der wesentlich teueren Professional-Filme unterscheidet sich nicht von den "Nicht-Professional" - Filmen, nur ist bei diesen der Reifungsgrad genau definiert, was zu einer absolut gleichmäßigen (aber nicht in jeden Fall höheren) Qualität führt, dieses Feature ist jedoch nur im absoluten Profi - Bereich notwendig.

Farbtemperatur
(Tageslichtfilme - Kunstlichtfilme)
Aufnahmen von Eisenbahnen und Landschaften erfolgen in der Regel nur unter Tageslicht, daher sind hierfür ausschließlich Tageslichtfilme brauchbar.
Deshalb nur ein paar Zeilen zur allgemeinen Verständlichkeit:
Ein weißes Blatt Papier ist für das menschliche Auge im Tageslicht oder gelbroten Glühlampenlicht immer weiß, unser Auge "bügelt" kleine Farbunterschiede einfach weg. Im Gegensatz dazu bildet ein Farbfilm jeden Farbstich originalgetreu ab. Beim Farbfilm müsste daher die Farbtemperatur immer auf die jeweilige Lichtquelle angepasst werden. Blitzlichtgeräte sind so gebaut, dass sie ein mit dem Sonnenlicht vergleichbares Licht abgeben, deshalb werden bei Blitzlichtaufnahmen bei Verwendung von normalen Tageslichtfilmen die Farben ohne Farbstich wiedergegeben. Da sich jedoch die Farbtemperatur des Tageslichtes von morgens bis abends verändert, kann man beobachten, dass in den Morgenstunden ein bläuliches Licht vorhanden ist, das sich bis zum Abend in ein rötliches umfärbt.
Auch Kunstlichtfilme können nicht bei jeder künstlichen Beleuchtung für das Auge richtige Farben darstellen. Sie liefern diese lediglich bei einer Farbtemperatur von 3200°K, das dem Licht von speziellen Fotolampen entspricht.

Digitaler Film
Digitale Kameras verwenden zum Speichern der von einem elektronischen Bildchip gewonnen Bilddaten Speicherkarten, derzeit in sechs verschiedenen Bautypen, wobei gerade hier durch die technische Entwicklung laufend neue Lösungen hinzukommen, wobei moderne Kameras zumindest bereits die Auswahl zwischen mehreren Speicherkarten zulassen.
Jedes Speicherkartensystem hat seine Vor und Nachteile. Die Art des Speichermedium sollte aber den Kamerakauf nicht allzu sehr beeinflussen. Hier ist auf jeden Fall eine gute Beratung eines Fachhändlers zu empfehlen.

Ausarbeitung
Neben der Ausarbeitung von Bilder vom klassischen Negativfilm wie auch vom Dia (siehe bereits oben) können heute von den Labors bereits auch digitale Fotos auf Papier ausbelichtet werden. Bei den digitalen Fotos ist für die gewünschte Papiergröße auf die notwendige Bildpixelanzahl zu achten. Die Ausarbeitungen vom Dia oder von digitalen Fotos ist jedoch meist teurer als vom Negativ.
Die Labors bieten glänzende und matte Oberflächen für Fotos an. Die glänzenden Oberflächen haben sich als allgemeiner Standart durchgesetzt. Diese haben jedoch den Nachteil, dass bei Berührungen der Oberfläche mit den Fingern sofort hässliche Fingerabdrücke zurückbleiben. Diese Fingerabdrücke sind nachträglich nicht mehr zu beseitigen. Für Fotos, welche nicht sofort in ein Album eingeklebt werden oder durch eine Hülle geschützt werden wäre somit eher eine matte Oberfläche zu empfehlen. Auch bei Vergrößerungen, die in Rahmen mit Glasoberfläche aufgehängt werden, treten bei glänzender Oberfläche verstärkt Spiegelungen auf, auch hier wäre eine matte Oberfläche zu empfehlen.
Für digitale Fotos stehen heute schon verschiedenste Fotodrucker zur Verfügung. Solche Ausdrucke sind auf dem ersten Blick nicht mehr von Fotolaborabzügen zu unterscheiden. Ausdrucke sind jedoch noch immer teurer und weniger langlebig als Laborfotos.

Der nächste Teil wird sich der richtigen Belichtung widmen.
Harald Meidl

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