Dampftraktion auf Österreichs Schmalspurbahnen - das bedeutete, wo in den Jahren seit der allgemeinen Verdieselung noch anzutreffen, für Eisenbahnfreunde im In- und Ausland vor allem zweierlei: Einerseits die allgegenwärtige U und andererseits die Stütztenderlokomotiven der Reihe 399. Als Besonderheit galt, dass nicht nur alle sechs Exemplare dieser ursprünglich für die Mariazellerbahn gebauten Maschinen noch vorhanden, sondern auch betriebsfähig im Stand der ÖBB gehalten wurden. Es war allerdings nicht unbedingt Traditionsbewusstsein, dass das Gmünder Heizhaus zum Wallfahrtsort für die Fans der eleganten Heißdampflokomotiven werden ließ, sondern schlichtweg der Mangel an zeitgemäßen Betriebsmitteln. Die zugkräftigen Dampflokomotiven waren auch im ausklingenden 20. Jahrhundert noch unentbehrlich im alltäglichen Betrieb und erst der schrittweise Niedergang der Waldviertler Schmalspurbahnen sowie die Einstellung der Bregenzerwaldbahn und die damit verbundene Stationierung mehrerer Dieselloks der Reihe 2095 in Gmünd ermöglichten das Abwandern einzelner Maschinen auf andere Strecken, wiewohl auch in den Jahren zuvor immer wieder einzelne Loks auf anderen Strecken zum Einsatz kamen. |
| Als erste tatsächlich arbeitslos wurde die 399.05, schon nach der Saison 1990 wurde sie aufs Abstellgleis geschickt und, während ihre Schwestern in den Neunzigern noch einmal eine Hauptuntersuchung erhielten, wurde sie bis heute nicht mehr in Betrieb genommen. | [ Bild oben ] Das ist die Reihe Mh / 399 wie ihre Fans sie lieben, am 25. Mai 1995 bei der Ausfahrt aus Steinbach - Groß Pertholz |
||||
| Im Jahre 1986 verließ die 399.01 Gmünd in Richtung Pinzgau, um die zuvor dort eingesetzte 298.25 zu
ersetzen, nachdem bei dieser Lok eine Hauptausbesserung fällig geworden war. Seither zog sie jedes Jahr das
Pinzga - Dampfzügl, ehe heuer die Kesselfrist ablief. Derzeit fährt die von der Thörlerbahn gekommene
Z6 im Pinzgau, ob die 399.01 jemals wieder fahren wird, ist derzeit mehr als ungewiss. Die 399.02 und 03 stehen beide in Waidhofen an der Ybbs. Zunächst kam die 399.02 ins Ybbstal, als diese Maschine abgestellt werden musste, überstellte man die 399.03 als Ersatz von Gmünd nach Waidhofen. Aber auch dieser Lok war kein langer Einsatz beschieden, sie wurde heuer vor einem Sonderzug untauglich und wird nach Auskunft der ÖBB-Nostalgie nicht mehr repariert. Vielmehr bemüht man sich um den Einsatz einer Lok der Reihe U, da die kleine Diesellok 2091.09 wohl nur ein unzureichender Ersatz für die beworbene Dampftraktion sein kann. Die 399.04 steht nach wie vor als letzte Vertreterin ihrer Reihe in Gmünd im Einsatz, allerdings wird heuer noch eine Hauptausbesserung fällig. Diese Saison wird man noch fahren können, vorausgesetzt, die Lok erleidet nicht ein ähnliches Schicksal wie ihre Schwester im Ybbstal. Das weitere Schicksal dieser Lok dürfte wohl auch von jenem der Strecke abhängen, da die Nostalgiefahrten nur mehr in diesem Jahr gesichert sind. Ohne Strecke wird man wohl auch die Lok nicht mehr brauchen... Die bereits erwähnte 399.05 gehört heute einer Privatperson und steht in Heidenreichstein abgestellt. Leider wurde die Lok in nicht komplettem Zustand übergeben, da man einige Teile für die anderen Loks ausbaute. Eine Aufarbeitung ist daher sehr aufwendig und auch in diesem Fall wohl in erster Linie eine finanzielle Angelegenheit. Somit ist die Mh.6 (vormals 399.06) derzeit die einzige betriebsfähige Lok dieser Reihe. Während diese also auf unserer Heimatstrecke dank Meister Dürnecker und seiner Crew in praktisch neuwertigem Zustand und bestens gepflegt (sogar ansonsten wegen Öl- und Rußflecken besorgte Mütter lassen ihre Kleinen bedenkenlos an die Maschine heran!) in eine gesicherte Zukunft fährt, sieht es um ihre in Würde ergrauten Schwestern zur Zeit eher wenig erfreulich aus. In vier Jahren steht das Jubiläum "100 Jahre Mh" an. Es bleibt zu hoffen, dass nicht die Mh.6 als jüngstes Exemplar stellvertretend für die ganze Reihe alleine feiern muss. Freilich steht es der Mariazellerbahn ganz besonders zu, dieses Jubiläum zu feiern, fällt die Beschaffung der Reihe Mh doch mit der Eröffnung der Strecke nach Mariazell zusammen, aber was ist noch besser als ein Festzug mit einer historischen Originallokomotive? Genau, einer mit zwei... Herbert Ortner Martin Geyer |
[ zu Mein
schönstes Foto ]
Aus den frühen Tagen der Dampfnostalgie auf der MzB, die 399.02 in Randegg - Franzenreith im August 1991. Damals wurde die 399.06 im Zuge der Hauptuntersuchung wieder zur Mh.6, das untere Bild zeigt sie im Juli 2000 im wiederhergestellten Ursprungszustand beim Reithmauertunnel.
[ Einige Bilder werden hier nicht gezeigt Die Tabellen finden Sie auf der Hauptseite ]
|
||||
| Am 23. Juni 1990 konnte man die 399.05 noch in Groß Gerungs
antreffen. Allerdings qualmte sie schon an verdächtig vielen Stellen und war nach einem Liegenbleiber nur mit viel Mühe wieder in Fahrt zu bringen. Am 8. Oktober (!) 1994 kam man dank einer Kaltfront völlig unerwartet in den seltenen Genuss einer Winterfahrt über den Waldviertler Semmering, Weitra präsentierte sich bereits unter einer Schneedecke. [ ohne Foto ] 399.01 auf einem zeitgenössischen Bild Aus "Schmalspurig durch Österreich", Verlag Slezak [ ohne Foto ] Mh.6 bei einem Fotohalt bei Mank während der Pendelfahrt auf der Krumpe beim Voralpenfestival zu Pfingsten 2002. Harald Meidl [ zum Foto ] 399.02 ist nach einem harten Arbeitstag in die Zugförderung Gmünd zurückgekehrt. Bleibt zu wünschen, dass es auch für sie nicht endgültig "Feuer aus" heißt. Gmünd, 25.05.1995, Herbert Ortner |