Ausgabe 6 vom Juni 2001
Dokumentation:
Der lange Weg zu einem neuen Betreiber
Im März 2001 wurden die Bürgermeister der Region entlang der Strecke vom Land NÖ und der NÖVOG über den Stand der Verhandlungen und über die geplanten weiteren Schritte informiert. In der letzten Ausgabe brachten wir bereits die Kernaussagen, in dieser Ausgabe zeigen wir diese einzelnen Schritte und die Wechselbeziehungen zur Region.
In der ersten Spalte der Weg der MzB durch die Institutionen, in der zweiten Spalte eine Übersicht regionaler Ereignisse ohne Anspruch auf Vollständigkeit (ausführlicher im Web unter www.mariazellerbahn.at/freunde/nachlese.htm).
 
Gründung von "Daheim an der MzB", verbunden mit Vorträgen entlang der Strecke.
Ronny's erste Gehversuche im Internet.
Podiums- und Publikums-Diskussion in Kirchberg: Die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen der Mariazellerbahn für das Pielachtal.

Schlecht besuchte Nostalgiefahrten, schleppende Vorbereitung für die 100 Jahr-Feiern, aber auch Werbung für die Nostalgiefahrten in einer Postwurfsendung von Billa (Auflage: 3,5 Mio.) und Pendelverkehr beim Stoakogler – Jubiläums – Wandertag.

Umspurung Wieselburg – Gresten.
Zweitägige Feier "100 Jahre Pielachtalbahn" mit Vortrag zu Infora I im Steinschalerhof.
Rabenstein bindet als erste Gemeinde die MzB in das Ortslogo ein.
"Hofstetten fährt mit der MzB" wird ein Erfolg.
Indienststellung des Salonwagens und des Panoramic 760, Eröffnung des Bahnwanderweges.
Gründung unseres Vereines mit 100 Gründungsmitglieder.
Ausstellung 100 Jahre Mariazellerbahn im Rahmen des Grünauer Advents.
Juni 1999: unser erster "Voller Zug!"

Zukunftskonferenz der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal, MzB ist in allen Arbeitsgruppen bestimmendes Thema.

Initiative "Retten wir die Mariazellerbahn" durch die NÖN.
Sonnenfinsternis im Mariazellerland und keiner organisiert passende Züge.
Erste interne "Strategiediskussionen" unseres Vereines.

1999 ist für die MzB ein sehr produktives Jahr, die Fahrten von ÖBB Erlebnisbahn, aber auch viele privat organisierte Gruppenreisen prägen das Bild. Und der Salonwagen ist das ganze Jahr so gut wie ausgebucht.
Auch unsere Fahrten entwickeln sich sehr gut, nur der stets bestrittene Wagenmangel bremst unsere Ambitionen.
1997
bis
1998
Gutachten "Bewertung von Betriebskonzepten in Szenarien" (Infora I).
Ergebnis:
Güterverkehr wenig ergebnisrelevant.
4 Angebote der Industrie für neue Fahrzeuge.
Notwendiges Investitionsvolumen: ATS 270 - 400 Mio.
Personenverkehr entwicklungsfähig, wenn konsequente Marktorientierung.
1998 Präsentation und Diskussion der Ergebnisse in den Gemeinden.
Schaffung eines Problembewußtseins.
Anfang 1999 Einstellung des Güterverkehrs.
Reduktion des Fahrparkes im Personenverkehr
1999
2000
Risikoanalyse für die Fahrzeuginvestition (Infora II)
Teil 1 Ermittlung touristischer Potentiale entlang der MzB unter Einbindung der Gemeinden.
Markenbildung MzB.
Teil 2 Risikoanalyse einzelner Finanzierung- und Organisationsmodelle.
Vertiefung der Angebote der Fahrzeugindustrie.
Fahrgastzählungen und Erlösprofile.
Vertiefung des NÖVOG – Betriebsszenarios.
Teil 3 Rechtsgutachten zwecks EU-Recht-konformer Vorgangsweise.
  Ergebnis: Auf Basis Betriebsführung durch die ÖBB Empfehlung einer grundsätzlich dreiteiligen Konstruktion:
·Betreiber (ÖBB)
·Marketinggesellschaft
·Fahrzeugbereitstellungsgesellschaft.
Anfang
2000
Einholung von Offerten auf Basis des NÖVOG-Szenarios von ÖBB und anderen konzessionierten EVU.
Supervision aller Ergebnisse durch ein Management-Consultant-Unternehmen.
Ergebnis: NÖVOG-Vorgangsweise voll bestätigt.
Erste Aussagen der ÖBB, die MzB aufgeben zu wollen.
Klärungsversuche mit dem neuen BM VIT, ob die Infrastruktur auch bei Betrieb durch Dritte vom Bund finanziert wird.
Einstellung des Teilstückes Ruprechtshofen - Wieselburg der Krumpe ohne besonderen Widerstand der Region.
Unsere Winterfahrt zeigt die Vorzüge der Bahn: Schnee-Chaos, aber die MzB fährt.

Erste Vorgespräche zur EU-Förderschiene Leader+, die MzB ist integraler – wenn nicht sogar integrativer – Bestandteil.
Schmalspurbahnen nun im Landestourismuskonzept. Gemeinsamer Werbefolder für Ybbstalbahn, Ötscherland-Express und MzB wird wegen der drohenden Einstellung auf Eis gelegt. Andere Werbemaßnahmen werden durch konkurrenzierende Projekte und mangelnde Eigenmittel verhindert.

Alle Bürgermeister entlang der Strecke verabschieden eine gemeinsame Resolution für die MzB.
Eine vom Regionalverband Pielachtal gestartete Aktion bringt über 10.000 Unterschriften.
Die Nostalgiefahrten ins Pielachtal werden verstärkt angeboten, Wettrennen zwischen Oldtimer und Mh.6.
Unser Verein ist durch die Diskussion über den wahren Weg blockiert, Redaktionsteam hat sich aufgelöst, Obmann Stv. tritt zurück.

Trotzdem schaffen wir unsere erste Benefizfahrt und fordern mit 300 Mitreisenden die ÖBB (7. Wagen).
Unser Neubeginn mit Herausgabe der Nr. 3 unserer Mitgliederzeitschrift.

Sonderzug einer Regierungspartei mit an die 500 Fahrgästen.
Ministerbesuch im Pielachtal.
Mai
2000
ÖBB geben bekannt, dass österreichweit zahlreiche Strecken, darunter die MzB, eingestellt werden sollen.
Einholung eines Rechtsgutachtens zur Frage der Teilkündbarkeit des Verkehrsdienstevertrages.
Verhandlungen mit den ÖBB mit dem Ziel, eine Gesamt-Kündigung des Verkehrsdienstevertrages per 09.06.2001 zu vermeiden.
Mai bis
Oktober
2000
Verhandlungen mit dem BM VIT zur Definition vom Risiko her beherrschbarer Finanzierungsgrundsätze eines ausgegliederten MzB -Betriebes.
Okt. / Nov. Ministerwechsel.
Dez.
2000
Entscheidung BM VIT:
ÖBB bleibt für begrenzte Zeit Infrastrukturbetreiber,
Fahrbetrieb wird ausgeschrieben.
Jänner
2001
Anfrage LH Pröll an neue Ministerin zwecks garantierter Infrastruktursicherung und künftiger Finanzierung sowie Weiterbetrieb durch ÖBB, bis Übergabe möglich wird.
Parallel dazu Verhandlungen mit den ÖBB über Betriebsübergang von Fahrzeugen, Werkstätten, Personal usw. zu einem technisch / organisatorisch möglichen Zeitpunkt.
Start der Vorbereitungen zur EU-weiten Ausschreibung des Betriebes der MzB, Anforderung aller Daten und Unterlagen von den ÖBB.
Das Jahr beginnt mit einer Jubelmeldung in der Lokalpresse: "Die MzB boomt!"
Ronny‘s Treffen mit Frau BM Forstinger

Nervosität in der Region: Sollten Land, Bund und ÖBB bis Ende März keine Lösung finden, will nun auch der TVB Pielachtal nach neuen Betreibern suchen, in Folge Vorstellung der Connex.

Diskussion um den vorgestellten Fahrplan blockiert unseren Vorstand, schlußendlich Vereinsspaltung.
Gleichzeitig erstklassig organisiertes Schmalspurfestival durch Club Mh.6 und TVB Pielachtal.

Es ist Juni 2001! Und die MzB fährt weiter. Auch unser "Voller Zug!" am 16. Juni gibt Mut zur Weiterarbeit.
2001
2002
Bestbieter-Ermittlung bis Ende 2001.
Neustart im Laufe der Jahres 2002 (Phase I).

Nach Eintreten stabiler Verhältnisse Investition und Neustart (Phase 2).

Ausgabe 6:  0  1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  Übersicht
Die Mariazellerbahn Freunde der Mariazellerbahn Nachlese